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Wie gemessen wird

Jeder Mensch hat ein bestimmtes Sozialkapital; und jede Gemeinschaft weist eine spezifische Sozialkapitalbilanz auf.

Sozialkapital wird auf drei Ebenen gemessen:
  • Auf der Mikro-Ebene, die den Kreis der vertrautesten Menschen im Familien- und Freundeskreis umfasst.
  • Auf der Meso-Ebene, der Menschen aus dem erweiterten Beziehungs- und Bekanntenkreis angehören, sei es in der Arbeit, in Vereinen, Organisationen, Netzwerken, der Nachbarschaft und anderswo. Zur Meso-Ebene gehören Menschen, die einem persönlich nicht ganz nahe stehen, jedoch Gesprächskontakt und Geselligkeit bieten und im Bedarfsfall Unterstützung und hilfreiche  Beziehungen gewährleisten können.
  • Auf der Makro-Ebene: diese beinhaltet Zugehörigkeit und Identifizierung mit ideellen Wertegemeinschaften in religiösen, politischen, sozialen oder kulturellen Bereichen. Hier kann die ideelle Zugehörigkeit weit über ein persönliches Kennen hinausgehen und bei  gemeinsamem Engagement, wie in Festen, Demonstrationen, Feierlichkeiten auch einander Unbekannte verbinden.
Sozialkapital ist mehr als ein individuelles Gut, es ist immer verbunden mit Gemeinschaft. Es stellen zwar die sozialen Beziehungen auf allen drei Ebenen ein menschliches Grundbedürfnis dar; doch die Art dieser Bindungen charakterisiert die Gemeinschaft und prägt sie. Viele Bindungen, insbesondere auf der Meso-Ebene, dienen der Steigerung des gemeinschaftlichen Reichtums. Denn die Mitgliedschaft in Vereinen und Netzwerken stellt zwar für den Einzelnen ein "privates Gut" dar, weil dadurch unter Umständen bessere Voraussetzungen für persönliche und berufliche Entwicklung geschaffen werden; sie ist jedoch insofern ein "öffentliches Gut", als zumeist ein positiver Wirkungszusammenhang zwischen der jeweiligen Gruppe und der Funktionsfähigkeit größerer staatlich-administrativer Institutionen besteht.

Die Bindungen und Beziehungen der Menschen unterscheidet man zudem in "Bonding" und "Bridging". Bonding-Sozialkapital ist die Kommunikation und Interaktion innerhalb der eigenen Gemeinschaft. Bridging-Sozialkapital kann man gut wörtlich nehmen: als "Brücken bauen" zu "fremden", "anderen" Menschen; diese können sich sowohl innerhalb als auch außerhalb der jeweiligen Gemeinschaft befinden. Für tragfähiges Sozialkapital benötigt man eine ausgewogene Balance von Bonding und Bridging.

Außerdem gilt die Regel, dass Menschen im Optimalfall auf allen drei Beziehungsebenen Sozialkapital haben sollen. Erst in diesem Fall ist die Wirkung auf Gesundheit un Glück stark und nachhaltig. Das ist die Regel der "mulitplikativen Verknüpfung".

Wie in jedes Kapital kann und muss man in Sozialkapital auch investieren, um einen entsprechenden Ertrag zu erzielen.
Je besser eine Gemeinschaft über die Zusammenhänge zwischen Sozialkapital und gesellschaftlichen Faktoren wie Wohlbefinden, Lebensqualität, Gesundheit, Vertrauen, Gemeinwohl-Engagement, Sicherheit und wirtschaftlichem Erfolg Bescheid weiß und sich ihres Sozialkapitals bewusst ist, umso gezielter kann zukünftige Entwicklung gesteuert werden. Und dazu kann objektives, außer Streit stehendes Wissen viel beitragen. 
Messung, die Analyse von Daten, verhilft zu solchem Wissen.